Kategorien

Summertime

„Die Erfindung des Nationalparks war die beste Idee, die die Amerikaner je hatten!“ Dies versuchte uns jedenfalls, die Broschüre, die uns über Nationalparks in Amerika informierte, klar zu machen. Aha! Da wir gerade in der „Zwischensaison“ unserer Reise waren und Zeit hatten, musste dies natürlich erkundet werden. Aber, erzählen wir doch der Reihe nach.

Mit einer mühsamen Aktion, bei welcher das Skimaterial, mit den Kletter- und Grillutensilien in unserer „Abstellkammer“ ganz hinten im Camper ausgetauscht wurde, wappneten wir uns für die bevorstehende Sommerzeit. Alles bestens verstaut, versuchten wir uns im überschreiten der Grenze nach Amerika. Obwohl wir probierten einen Lauch einzuschmuggeln, verlief dieses Vorhaben zimlich reibungslos. Im Besitz eines Passes mit einem gestempelten, grünen Kärtchen, verkündete bald ein Strassenschild im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: „Welcome to Washington“.

Der Staat im Nordwestlichen Zipfel von den USA bescherte uns vorerst mit kaltem Küstenwetter, welches uns zu einer schnellen Weiterreise trieb. Zuvor machten wir allerdings noch einen Abstecher nach Seattle und Portland, wo wir uns in riesigen Outlets mit reichlich Kleider eindeckten. Mit einem Vorgeschmack des amerikanischen Gigantismus, begaben wir uns auf den „Highway 101“, welcher direkt an einer wilden, zerklüfteten aber dennoch schönen Küste entlangführt.

Küste in Oregon

Nach ungefähr 800 Kilometer und kurz vor der Grenze zu Kalifornien hatte Balz genug vom Camper fahren und schmiedete sich einen Plan: Ein Velo organisieren, damit nach San Francisco fahren und uns dort wieder treffen. Gesagt getan, und so kämpfte Balz kurze Zeit später mit dem Verkehr auf dem Highway, mit Leuten, die als Gruss hupen, schlechtem Wetter und irgendwelchen rivalisierenden Raubkatzen am Bivakplatz. Leider liessen einige Pannen und das eher Velo-unfreundliche Amerika seinen Plan nach ungefähr 400 Kilometer platzen.

Balz mit dem grünen Supergöppel…

Und los gehts…

Chline Michi

Immer nur Seich im Chopf

Mit Balz wieder an Bord, kurvten wir unseren Bus um die Kurven der legendären Küstenstrasse „Highway 1“, der viertgrössten Stadt in Kalifornien entgegen. Nach einigen obligatorischen Fahrten mit den „Cable Cars“ und einem Kurzbesuch in Santa Cruz, verliessen wir San Francisco auch schon wieder. Somit befanden wir uns kurze Zeit später auch schon wieder auf der Strasse, diesmal aber Richtung Inland, den Bergen entgegen. In den „Sierra Nevadas“ quälten wir unseren alten Camper über bis zu 2900 Meter hohe Pässe und schon bald befanden wir uns vor mächtigen Fälswänden von hunderten Metern höhe. Der erste Nationalpark auf unserer Liste wurde erreicht.

Uf em Wäg zum Yosemite

Der „Yosemite Nationalpark“, welcher jährlich drei Millionen Besucher anzieht, bietet eine aussergewöhnliche Landschaft, die im „Yosemite Valley“ ihren Höhepunkt erreicht. Links und rechts trohnen bis zu 1000 Meter hohe Granitmonolithen und Wände, gespickt mit Wasserfällen. Bei diesen Klettermöglichkeiten ist es kein Wunder, dass hier eines der wichtigsten Entwicklungszentren des „Freeclimbings“ liegt. Wir mussten uns natürlich auch an der excellenten Risskletterei versuchen und kletterten einige schöne Mehrseillängentouren im Tal und am „Half Dome“. Die „Nose“ am „El Capitan“ sparen wir uns für ein späters mal…

Mugere wie verruckt

Nach einem Besuch im „Sequoia Nationalpark“, dem zweitältesten Nationalpark in Amerika, wo wir riesige Mammutbäume bestaunen konnten, verliessen wir die angenehme Kühle der Berge und Wälder und fuhren in die Hitze des „Mojave Deserts“. Im Jahre 1960 wurde im östlichen Teil der Wüste, ein Teil des „Colorado Rivers“ gestaut und den somit entstandene See „Lake Powell“ genannt. Aufgrund vielfältiger Freizeitangebote auf und um den See entwickelte er sich zu einem beliebten Urlaubsziel. Am Lake Powell trafen wir zwei Schweizer Kollegen, welche uns dazu überredeten, für einen Tag Amerikaner zu spielen, indem wir ihre Faszination für grosse Motoren teilen und ein Boot mieten. Das Resultat daraus: einen Tag mit Wakeboarden, Wasserskifahren, Cliffjumping, einen riesen Spass und das ganze umgeben von einer unglaublichen Landschaft.

Nach diesem actionreichen Tag gingen wir die Sache wieder ein bisschen ruhiger an. Wir statteten dem „Bryce Canyon Nationalpark“ einen Besuch ab. Mit seinen Sandsteinskulpturen die durch jahrtausendlange Erosion mit Wind, Wasser und Eis entstanden sind, wirkt er beinahe ausserirdisch. Die nächste Station war der nur etwa 80 Kilometer entfernte „Zion Nationalpark“, ein gigantischer Sandsteincanyon, mit unzahligen kleineren Seitencanyons die man erkunden kann. Somit befanden wir uns schon am nächsten Tag, ausgerüstet mit Klettergurten und Seilen, im „Spry Canyon“, der grundsätzlich als „trocken“ gilt. Da es doch einige mit Wasser gefüllte Pools hatte, versuchten wir mit abseilen und klettern sie zu umgehen. Doch es waren nicht alle von unserer Gruppe gleich erfolgreich…

Bryce Canyon Nationalpark

Nasse Variante

Trockene Variante

Zufrieden mit dem, was wir an Naturschönheiten bestaunen konnten, machten wir uns auf den Weg in die „Sin City“ von Amerkia. Mitten im Mojave Desert galt sie in den 50er Jahren als Ausgangspunkt für Touristen, welche Atombombentests beobachten wollten. Mittlerweile beschränkt sie sich, mit den unzähligen Casinos, mehrheitlich auf das Ausnehmen von Touristen. Ohne allzu viel Geld zu verlieren, verliessen wir nach drei Tagen Las Vegas und machten uns wieder auf den Weg zu Küste. In Los Angeles wurde der Bubentraum, einen ganzen Tag lang, Achterbahn zu fahren erfüllt und ebenso erhielten wir einen Einblick in die Filmindustrie. Danach begaben wir uns nach San Diego, um uns die restlichen zwei Wochen unseres Amerikaaufenthalts im Surfen zu versuchen.

Der traurigste Moment im Leben…

Mit einem gebuchten Flug, der uns bald nach Santiago de Chile und somit wieder in den Winter bringt, mussten wir uns mit schwerem Herzen von unserem geliebten Camper trennen. Wir hoffen, das gute Fahrzeug kann noch viele der unglaublichen Nationalparks besuchen. Denn mittlerweile sind wir wirklich überzeugt, dass dieses System, welches diese außerordentlichen Landschaften schützt, die beste amerikanische Erfindung ist!

MEHR BILDER WIE IMMER HIER

3 Responses to “Summertime”

  1. Simi Says:

    Hey wow, das stimmt wohl mit denä Nationalparks, mega schöni Bildär!
    Und dä Jonas hed sogar ä Gwafför gfundä, supi.
    Grüässli Simi

  2. Mek Says:

    Hola chicos

    Toller Bericht wieder super Bilder. Die Geschichte wiederholt sich doch immer wieder. Ich könnte ähnliche Geschichten vom Yosemite und vom Lake Powell erzählen. Einfach zwei Dutzend Jahre früher.
    Ich habe euch in Huaraz, Peru vermisst. Nach einem 5000er und einem 6000er sind wir schon wieder in der Schweiz.
    Weiterhin viu Spass, nun in Suedamerika.
    Hasta luego
    Mek

  3. Carole & Kelly Says:

    WOW! you have visited more places in the US than we ever have and we live here! Great pictures, having fun following your travels. I can’t wait to see your pictures of Chile.
    Carole

Leave a Reply