Nachdem wir ungefähr einen Monat in der Umgebung von Terrace BC verbracht haben, war es an der Zeit Neuland aufzusuchen. Michi entschied sich dafür, die Snowboardsaison an den Nagel zu hängen und verabschiedete sich für drei Wochen nach Toronto. Balz und Ich beschlossen, unsere Suche nach gutem Skifahren weiter nördlich zu verlegen. Nach einigen Ratschlägen von Locals, wo immer wieder der Name Stewart BC hervorstach, war die Entscheidung gefällt.
So befanden wir uns kurz später auch tatsächlich auf der Strasse um das genannte Dorf zu besuchen, doch schon bald bemerkten wir, dass diese Wahl eigentlich ein Zwang war. Während auf dem Weg von Revelstoke nach Terrace immerhin mindestens alle 50 bis 100 Kilometer ein Dorf auftauchte, beschränkte sich hier die Ausicht für knapp 300 Kilometer auf Wald und Berge. Stewart hat etwa 400 Einwohner, liegt direkt an der Grenze zu Alaska und befindet sich seit dem Ende des Forst- und Minenbooms, auf dem absteigenden Ast. Wenn man bedenkt, dass es in so einem kleinen Dorf, vier „Liqour Stores“ hat, wird man schon etwas nachdenklich gestimmt.

Dagegen ist die Berwelt in dieser Gegend fantastisch. Etwa 50 Kilometer vor Stewart biegt man auf eine „Passstrasse“ ab, die durch ein Tal führt, wo auf beiden Seiten die Hänge bis zu 2000m emporragen und sich Gletscher bis auf 300 Meter über Meereshöhe durch die Seitentäler schlängeln. Auf Meereshöhe lag immer noch eineinhalb Meter Schnee. Kein Wunder also, dass sich hier „Last Frontier Heliskiing“ eingenistet hatte.

Ein Traum?
Da diese Bergwelt die Strasse des „Bearpasses“ einer grossen Lawinengefahr aussetzt, wird er den ganzen Winter über von einem Team kontrolliert und gezielt gesprengt. Um einen Überblick über das Wetter im Tal zu erhalten, hat man mehrere automatische Wetterstationen installiert, wovon eine sogar eine dazugehöhrige Kontrollhütte besass. Das Angebot des Leiters für die Lawinensicherheit, die Hütte als Ausgangspunkt für Skitouren zu gebrauchen, nahmen wir natürlich dankend an. Das witzige daran ist, er hatte unseren Camper am Strassenrand gesehen und hat einfach mal angehalten und sich für unser Tun interessiert. Zurückgelassen hat er uns mit einem Haufen Tips, einer Karte und eben diesem Angebot. Sehr offene, hilfsbereite und freundliche Leute!


Balz testet Schneeschuhe
Somit verbrachten wir einige Tage in dieser Hütte, die einen fantastischen Ausblick über das Tal bot und genossen Touren bei „Schweizer Verhältnissen“. Das Wetter wurde dann leider zunehmend schlechter und bescherte uns einige Downdays in Stewart. Immerhin fanden wir so Zeit für einen kurzen Abstecher ins, nur zwei Kilometer entfernte, Hyder in Alaska. Das Wetter wollte sich allerdings partout nicht verbessern und somit mussten wir unseren Plan, ein 2000 Höhenmeter langes Couloir ganz in der Nähe von Stewart zu fahren, den Bach runter schicken. Deshalb verliessen wir das Dorf und fuhren zur nächsten Kreuzung…
An dieser mussten wir uns entscheiden, ob wir noch weiter in den Norden, nach Bell II, oder schon gegen Süden wollen. Aus der Unentschiedenheit wurde ein Münzwurf, welcher uns weitere 100 Km nach Norden und dem deutschen Hitchhiker, ein Taxi bescherrte. Bell II ist genau genommen kein Ort, sondern nur eine Brücke und eine dazu gehörende Lodge von „Last Frontier Heliskiing“. In Kanada anscheinend üblich, heisst gutes Gelände gute Schneesportler, welche in diesem Falle das Filmteam von MSP darstellten. Bell II hat sehr gute Skitourenmöglichkeiten direkt vom Highway aus, was uns zwei witere Touren bei sehr guten Frühlingsverhältnissen einbrachte.



Fun am Strassenrand…
Zufrieden begaben wir uns auf unseren Rückweg nach Vancouver. Beim ersten Zwischenstopp in Smithers BC, erfuhren wir allerdings, dass das lokale Skigebiet das Abschlusswochenende feiert. Dies konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Clou ist, dass an diesem Tag sich viele verkleiden und im ganzen Skigebiet witzige Events wie Kuchenesswettbewerb, ein Waterslide oder Schneevolleyball stattfanden. Wir liessen uns schlussendlich zum Waterslide mitreissen, eine nassse Angelegenheit. Jeder hatte an diesem Tag einen riesen Spass und liess uns mit der Meinung, dass Skifahren in Kanada mehr geschätzt wird als in Europa, unsere Saison würdig abschliessen.

Super Verchleidig

Doubleboard, Yeah!
Zurück auf der Strasse, hatten wir fast den ganzen Weg nach Vancouver war in einem Tag bewältigt und somit verwandelte das Klima, von Winter zu Frühling mit Kurzhosenwetter, in einer absoluten Rekordzeit. Da wir noch einige Tage Zeit hatten, bis Michi zurückkam, besuchten wir eines der bekanntesten Klettergebiete in Kanda in Squamish, 40 Minuten nördlich von Vancouver. Hier trohnen bis zu 600 Meter hohe Granitwände über dem Dorf, die mit unzähligen Rissen ein wahres Paradies für Risskletterer darstellen.

Mit den ersten Klettertagen in den Armen, empfiengen wir Michi in Vancouver. Wieder komplett, verliessen wir mit ein bisschen schweren Herzens Kanada. Das nächste Ziel, die Westküste zu erforschen, wurde in Angriff genommen.. Somit reisten wir, mit einer guten Skisaison im Sack , gegen Süden in die Vereinigten Staaten, dem Sommer entgegen…

Meineid gmiätlich gsi…

Meineid chalt gsi…

Meineid scheen gsi…


May 11th, 2009 at 08:46
wow, phantastische Aufnahmen und gute Berichte! Gute Weiterreise.
May 12th, 2009 at 20:34
Wunderscheeni Bilder wider einisch! Sehr scheen!
Wünsche üch ebenfalls en gueti Weiterreis und tut ordentlich Klettern.